12/02/2026

Kersten Artus

„§218 muss endlich auf den Müllhaufen der patriarchalen Geschichte.“

Journalistin, Politikerin, feministische Strategin für reproduktive Selbstbestimmung

Kersten Artus gehört zu den prägendsten Stimmen für sexuelle und reproduktive Rechte in Deutschland. Ihr jahrzehntelanger Einsatz für die Entkriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen, ihre politische Arbeit und ihr Mut gegenüber antifeministischen Angriffen machen sie zu einer Schlüsselfigur unserer Zeit.

Kersten Angela Artus (*1964 in Bremen) ist Journalistin, langjährige Politikerin der Partei Die Linke und seit 2017 ehrenamtliche Vorsitzende von pro familia Hamburg. Sie zog 1982 nach Hamburg, absolvierte eine Ausbildung zur Verlagskauffrau und arbeitete später als Redakteurin, Pressedokumentarin und freie Journalistin.  Wikipedia Von 2008 bis 2015 war sie Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft und ab 2011 deren Vizepräsidentin.  Wikipedia

Was sie für Frauen in unserer Zeit bedeutet

1. Wegbereiterin reproduktiver Rechte
Kersten Artus kämpft seit Jahrzehnten für das Recht auf körperliche Selbstbestimmung.
Sie engagiert sich für die Abschaffung des §218 StGB, der Schwangerschaftsabbrüche kriminalisiert, und war eine der zentralen Stimmen im Kampf gegen den §219a StGB, der Ärzt*innen verbot, sachliche Informationen über Abbrüche zu veröffentlichen.

Ihr strategisches Engagement – Öffentlichkeitsarbeit, Kampagnenführung, juristische Unterstützung – trug maßgeblich dazu bei, dass §219a 2022 abgeschafft wurde.

2. Schutzschild für Betroffene und Ärztinnen*
Artus stellte sich konsequent gegen fundamentalistische Abtreibungsgegner.
Sie unterstützte die Ärztin Kristina Hänel während ihrer Gerichtsverfahren, organisierte Kampagnen und gründete gemeinsam mit ihr den Verein Pro Choice Deutschland e.V. Damit schuf sie Strukturen, die Betroffene schützen und Ärzt*innen stärken.

3. Institutionelle Kraft und feministische Vernetzung
Als Vorsitzende von pro familia Hamburg stärkt sie Beratungsangebote, die für ungewollt Schwangere essenziell sind. Sie initiierte das Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung, das bundesweit Proteste, politische Forderungen und Aufklärungsarbeit bündelt. Ihre Expertise brachte sie zudem in den Ethikrat der CarePreg-Studie am UKE ein.

4. Politische Stimme mit gesellschaftlicher Wirkung
In der Hamburgischen Bürgerschaft setzte sie sich für Gleichstellung, Antidiskriminierung und soziale Gerechtigkeit ein. Ihr Engagement verbindet politische Erfahrung, journalistische Klarheit und aktivistische Entschlossenheit – eine seltene Kombination, die gesellschaftliche Veränderungen ermöglicht.

Der Landesfrauenrat Hamburg würdigte Kersten Artus 2026 mit dem Hammonia-Preis, einer der bedeutendsten feministischen Ehrungen der Stadt. Die Auszeichnung ehrt Frauen, die sich durch entschlossenes berufliches oder ehrenamtliches Handeln für Gleichstellung einsetzen. Kersten Artus steht für Mut, Ausdauer und strategische Klugheit.
Sie hat:

  • rechtliche Barrieren abgebaut,
  • feministische Netzwerke gestärkt,
  • Betroffene geschützt,
  • politische Debatten geprägt,
  • und reproduktive Rechte als Menschenrechte sichtbar gemacht.

In einer Zeit, in der reproduktive Freiheiten weltweit unter Druck geraten, ist ihr Wirken ein Leuchtfeuer feministischer Beharrlichkeit und demokratischer Verantwortung.


Mehr zu dem Thema:

Wikipedia: Kerstin Artus https://de.wikipedia.org/wiki/Kersten_Artus

DLF 2019: Kerstin Artus https://www.deutschlandfunkkultur.de/kersten-artus-linke-kritisiert-ss219a-kompromiss-100.html

Kersten Artus – zu Alice Schwarzer – Seite 173 folgend http://www.neu.inkrit.de/mediadaten/archivargument/DA273/DA273_komplett.pdf

Kerstin Artus pro choice: http://blog.kerstenartus.info/pro-choice/

§218 ….

Verein Pro Choice Deutschland e.V.
https://doctorsforchoice.de  (auch auf englisch) https://doctorsforchoice.de/en/

Buch: Das Patriarchat im Uterus , Buch von der Ärtzin Dr. med. Alice Baier
Taz: https://taz.de/Buch-Das-Patriarchat-im-Uterus/!6133384/

Dr. med. Kristina Hänel – Kampf gegen §219a

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