Sie dachte Organisationen als soziale Systeme, erfand „Power-with“, prägte Win‑Win‑Konfliktlösung und gilt heute als heimliche Quelle agiler, partizipativer Führung. Ihre Ideen sind aktueller denn je – und machen sie zu einer Ikone moderner Zusammenarbeit
Wer sie war – und warum sie ihrer Zeit voraus war
- Amerikanische Sozialarbeiterin, politische Theoretikerin und Managementdenkerin (1868–1933).
- Studierte Geschichte, Ökonomie, Philosophie und Politik am Harvard Annex / Radcliffe College – als eine der ersten Frauen.
- Entwickelte ihre Managementideen nicht im Elfenbeinturm, sondern in der Sozialarbeit in Boston: dort lernte sie, wie Veränderung durch Beziehungen entsteht – nicht durch Anweisung.
Zentrale Ideen – damals radikal, heute Standard
- Organisationen als soziale Systeme statt Maschinen.
- Führung als Tätigkeit, nicht als Position.
- Power-with statt Power-over: Macht entsteht durch Zusammenarbeit, nicht durch Hierarchie.
- Konflikte als Quelle von Innovation – nicht als Störung.
- Win‑Win‑Konfliktlösung als Grundprinzip moderner Kooperation.
- Kollektive Verantwortung und Dezentralisierung gehören zusammen.
Diese Gedanken prägen heute nahezu alle modernen Führungsansätze – von New Work über Servant Leadership bis hin zu agilen Organisationsformen.
Ihr Einfluss heute – aktueller denn je
Folletts Ideen gelten heute als Fundament moderner Organisationsentwicklung. Führende Managementdenker wie Peter Drucker, Warren Bennis und Henry Mintzberg sehen sie als eigentliche Quelle vieler heutiger Führungsprinzipien. Mintzberg betont, dass wir noch immer „hypnotisiert von Hierarchie“ seien – und Folletts Konzept der gleichrangigen Zusammenarbeit unterschätzen.
Aktuelle Relevanz:
- Agile Teams: Selbstorganisation, situative Führung, gemeinsame Verantwortung.
- Change Management: Fokus auf Beziehungen statt Mechanik.
- Diversity & Inclusion: Unterschiedliche Perspektiven als Ressource.
- Konfliktmanagement: Integration statt Kompromiss oder Dominanz.
- Demokratische Führung: Gemeinsamer Zweck als „unsichtbarer Leader“.
🌍 Warum sie in die EWMD Hall of Fame gehört
Mary Parker Follett ist eine der einflussreichsten – und zugleich am meisten vergessenen – Frauen der Managementgeschichte. Sie verkörpert:
- Mut, intellektuelle Kühnheit und radikale Modernität
- Ein zutiefst humanistisches Führungsverständnis
- Die Überzeugung, dass Frauen Management neu denken können – und sollen
- Eine Vision von Organisationen, die auf Beziehungen, Verantwortung und gemeinsamer Gestaltung beruhen
Podcasts zu Mary Parker Follett
Diese sind eher akademisch:
- The History of Management Podcast – Episoden über frühe Managementdenker
- The Leadership Podcast – „Mary Parker Follett and the Roots of Modern Leadership“
- MIT Leadership Center Podcast – Bezüge zu Folletts Konzepten (v. a. Ancona)
Wer kommt ihr heute am meisten nahe?
Margaret Wheatley – Leadership and the New Science
- Amy Edmondson – Psychologial Safety, Konflikt als Lernquelle
- Mary Jo Hatch – Organisationssoziologin: Kultur, Identität, Sinn
- Herminia Ibarra – Führung als Identitätsarbeit, nicht als Position
- Deborah Ancona – MIT, Fokus auf dynamische Teams & distributed leadership
- Brené Brown – Mut, Verletzlichkeit, Beziehung als Führungsbasis
- Laloux (nicht weiblich, aber inhaltlich nah) – Selbstorganisation, Sinn, evolutionäre Zusammenarbeit
„The New State: Group Organization the Solution of Popular Government“ (1920) by M. P. Follett is a political treatise written in the early 20th century. The work addresses the pressing political dilemmas of its time, emphasizing the inadequacies of representative democracy and advocating for a new method of governance through group organization. The book explores the dynamics of collective human relationships and how they can foster true individual expression and democratic governance. At the start of the book, Follett outlines a vision for a reformed political system, arguing that traditional democracy has failed to live up to its potential due to its reliance on mechanical forms of organization, such as party systems and majority rule, which overlook the complexity of human relationships. He contends that genuine democracy must be rooted in the „group process,“ where individuals come together, influenced by one another’s ideas and experiences, to create a collective will. Through this opening section, Follett sets the stage for a more integrated and participatory approach to governance, asserting that the future of democracy depends on recognizing the interconnected nature of individuals within society. (This is an automatically generated summary.) by https://www.gutenberg.org/ebooks/73755
