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03/07/2021

Maja Göpel – Nachhaltigkeit


Der Klappentext des Buches: Unsere Welt neu denken - Ullstein-Verlag
"Unsere Welt steht an einem Kipp-Punkt, und wir spüren es. Einerseits geht es uns so gut wie nie, andererseits zeigen sich Verwerfungen, Zerstörung und Krise, wohin wir sehen. Ob Umwelt oder Gesellschaft – scheinbar gleichzeitig sind unsere Systeme unter Stress geraten. Wir ahnen: So wie es ist, wird und kann es nicht bleiben. Wie finden wir zu einer Lebensweise, die das Wohlergehen des Planeten mit dem der Menschheit versöhnt? Wo liegt der Weg zwischen Verbotsregime und Schuldfragen auf der einen und Wachstumswahn und Technikversprechen auf der anderen Seite? Diese Zukunft neu und ganz anders in den Blick zu nehmen – darin besteht die Einladung, die Maja Göpel ausspricht."

Gedanken während des Lesens - meine eigene Erfahrung - wieso ich sie gerne kennenlernen möchte.
Von Claudia Schmitz - EWMD Society - 3. Juli 2021 - fast 1 Jahr nach der Erstveröffentlichung.

Maja Göpel eine der bekanntesten Wissenschaftlerin für Transformationsforschung im Bereich Umwelt, Nachhaltigkeit und Umsetzung in der Politik. Sie ist Generalsekretärin des Wissenschaftlichen Beirates der Bundesregierung für globale Umweltveränderungen (WBGU). Den größten Teil ihrer Zeit steckt sie in die Kommunikation der Ergebnisse, um sie möglichst vielen Menschen verständlich zu machen. 

Das ist eine der wichtigsten Aufgaben überhaupt – denn wenn die Wissenschaft nur in ihren eigenen Zirkeln bleibt, werden Millionen von Menschen nie oder zu spät Zugang zu diesem Wissen erhalten. Wer ist diese Frau und wie war ihr Weg dahin? Das hat mich sehr interessiert und deshalb habe ich auch ihr Buch gelesen: „Unsere Welt neu Denken“.

Sie ist in einem Dorf in der Nähe von Bielefeld aufgewachsen, also in Nordrhein-Westphalen. Ihre Eltern sind Akademiker und haben mit Freunden zusammen ein altes Bauernhaus erworben und ausgebaut. Diese Freunde hatten auch Kinder – und so war es sehr lebendig: „einer der Erwachsenen hatte immer Kinderdienst – die anderen gingen arbeiten.“ So beschreibt sie die Struktur, Familie und Beruf zu vereinbaren. Im Dorf galten die Familien als Hippies. Die Kinder genossen die Freiheit im Garten und liebten den Bauwagen. Tja – das ist heute auch immer noch sehr beliebt – und die Bauwagen-Strategie ist einfach praktisch. Ihre Eltern waren Mediziner*innen und kämpften für die Bewältigung von Traumata, auch nicht der typische Dorfarzt. Als sie Kind war passierte das Unglück in Tschernobyl. Das ist für die Generation traumatisierend gewesen, die Kinder durften nicht mehr auf den Spielplatz, es gab jahrelang keine Pfifferlinge mehr zu essen und Maja Göpel erinnert sich: „da gab es dann keine Milch mehr zuhause“. Wie viele andere auch, erlebte sie den Golfkrieg aus den Medien. Das war Krieg im Wohnzimmer – schon morgens gab es das Geballer und die Raketenabschüsse. Ich weiß es auch noch wie gestern und habe meinem Mitbewohner BBC und diese Berichte am Frühstückstisch untersagt. 

Die Frage in dieser Zeit: „Alle Menschen wollen Frieden und die Überwindung von Armut und eine schöne sichere Umwelt – wieso geht das nicht einfach?“ Das hat viele damals bewegt – und dabei hatten wir durch unsere vielen Reisen so gute positive Erfahrungen gemacht: Die Welt war voller Menschen, die offen und herzlich waren. Wieso dann diese Kriege? Diese Frage hat mich auch bewegt.

Maja Göpel ist viel gereist und auch hat im Ausland studiert: Neben Deutschland in Spanien, der Schweiz und Kanada. Sie ist mit dem Rucksack durch Südamerika und durch die USA gereist und hat so Land und Leute kennengelernt. Sie hat ehrenamtlich für die Organisation „Umwelt und Naturschutz Deutschland“ gearbeitet und ist dadurch auch viel zu Konferenzen gefahren, Welthandelskonferenzen. So hat sie Hongkong und Mexico kennengelernt und sicherlich auch viele spanende Leute getroffen und gute Gespräche geführt. 
 
So beim „World Future Council“ WFC, das 2007 in Hamburg gegründet worden war, hat sie mit Vordenker*innen der Nachhaltigkeit gesprochen. Die Liste der Gründer des WFC liest sich wie ein "Who is Who". Es sind Organisationen und deren Gründer – wie Ibrahim Abouleish aus Kairo, der Gründer von Sekem (Culture in the Desert). Mit dieser Organisation habe ich mich auch sehr intensiv beschäftigt und wollte immer mal dorthin. Oder der Physiker Hans Peter Dürr – der eine neue Art zu denken in Systemen angefangen hat, ein echter Aktivist und auch Mitglied bei Greenpeace. Leider sind diese beiden schon verstorben. Beim WFC  sind fast 18 weibliche Mitglieder – viele aus fernen Ländern: Kenia, Nigeria, Mexico und viele mehr – ein beachtlicher Anteil von insgesamt 34 Mitgliedern. Aber vielleicht zeichnet gerade diese Vielfalt den MFC aus. Daraus wurden Politikempfehlungen für einen besseren Schutz der Interessen und Rechte zukünftiger Generationen. Dafür hat sie geworben bei den Vereinten Nationen in New York sowie der Europäischen Union in Brüssel. The Future Policy Award (FPA)
 

Als sie Mutter wurde, hat sie sich beruflich für das Wuppertal Institut entschieden, eine Forschungseinrichtung für Umwelt, Klima und Energie. Hier konnte sie die praktischen Erfahrungen mit Ansätzen der Transformationsforschung verknüpfen und theoretisch ausarbeiten. Im März 2019 hat sie mit einer kleinen Gruppe von Wissenschaftler*innen die „Scientists for Future“ (S4F) gegründet. Als Wissenschaftler*innen haben sie die Proteste der Straße mit „Friday for Future“ mit einem offenen Brief unterstützt und waren überrascht und erfreut, dass sich innerhalb von drei Wochen 28.600 Wissenschaftler*innen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz daran beteiligt haben. Sie und die anderen Wissenschaftler*innen sehen es als ihre Verantwortung, in dieser Zeitenwende Angebote für neue Originale zu liefern.

"Die weltweiten Krisen in Umwelt und Gesellschaft sind kein Zufall. Sie offenbaren, wie wir mit uns und dem Planeten umgehen, auf dem wir leben. Wenn wir diese Krisen meistern wollen, müssen wir uns die Regeln bewußt machen, nach denen wir unser Wirtschaftssystem aufgebaut haben. Erst wenn wir sie erkennen, können wir sie auch verändern und unsere Freiheit zurückgewinnen."

Zitate und Inhalte aus Ihrem Buch: Unsere Welt neu denken – eine Einladung (Seiten 19-22)

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