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09/06/2021

Femizide – Istanbuler Konvention


Femizid, dieser Begriff beschreibt die Tötung von Frauen wegen ihres Geschlechts oder wegen bestimmter Vorstellungen von Weiblichkeit. "Femizide sind die schlimmste Form von tradierter struktureller männlicher Gewalt“ sagt Prof. Dr. Kristina Wolff, Gründerin des Femicide Observation Center Germany (FOCG). Und sie gehören weltweit zum Alltag. Frau Professor Wolf hat eine Petition ins Leben gerufen und veröffentlicht die aufgespürten Femizide dort mit Namen und Alter - aus allen Bundesländern. Diese sind selbst recherchiert, denn die Statistiken werden nicht unter Femiziden geführt, obwohl die Tat immer ähnlich ist: Der Ehemann, Ex-Partner, Bruder oder Nachbar bringen die Frau um, die ihnen sehr nahe steht. Bei der Polizei gilt das als Familiendrama. Eine interne Angelegenheit? Familiensache? Wie kann man Frauen vor diesem Schicksal schützen - das ist die Frage, die uns als Gesellschaft stellen sollten - denn jeden Tag versucht ein Mann eine Frau umzubringen und alle 3 Tage passiert es tatsächlich. Das überall in Europa. Die Politik? Sieht sich machtlos. Frauenhäuser allein werden es auch nicht richten, aber es ist ein Problem - wenn die Frage fliehen will und kein Platz frei ist.

Wieso ist das ein Thema für uns? Weil es nur 280 Morde in Deutschland gegeben hat in 2019 und davon sind allein 137 Femizide.

"Tatsächlich aber sind zwei Drittel der Angreifer deutsche Staatsbürger", sagt Leonie Steinl vom Deutschen Juristinnenbund im Interview mit dem Bayrischen Rundfunk. "Gewalt gegen Frauen kommt in allen gesellschaftlichen Gruppen und Schichten vor und muss überall effektiv unterbunden werden". Die Auswertungen der Fälle zeigt immer wieder: es gibt keine Ausnahme, Häusliche Gewalt ist keine Frage der Religion, Nationalität oder Bildung.

"Jeder ist angehalten hinzuschauen und Hilfe anzubieten, statt zu sagen,
das ist eine Familienangelegenheit, da halte ich mich raus."

Im Jahr 2018 unterzeichnete Deutschland die Istanbul-Konvention, der weltweit erste rechtlich bindende Vertrag zur Bekämpfung und Verhinderung häuslicher Gewalt. Die Konvention erkennt Femizide als strukturelles, gesellschaftliches Problem an, konzentriert sich auf den Schutz der Opfer und schlägt Maßnahmen vor, die in das deutsche Rechtssystem aufgenommen werden müssten.

Darüber wollen wir mit Simone Lersch sprechen, unser EWMD Mitglied aus Rhein-Ruhr. Simone ist Juristin und Partnerin in einer Kölner Kanzlei und arbeitet an Themen wie Governance in Krankenhäusern. Vor dieser Zeit war sie Staatsanwältin und gleich ihr zweiter Einsatz in Ihrem ersten Bereitschaftsdienst als Dezernentin für Kapitaldelikte war ein Femizid: „Frau von Ehemann erstochen“. Das war nicht der einzige Fall. Simone kennt die Art und Weise, wie wir als Gesellschaft damit umgehen. Von den Frauenhäusern angefangen bis hin zur Polizei und Personenschutz. 

Wir wollen den Bogen spannen von dem Einzelschicksal und dem, was man als Freundin, Kollegin und Unternehmen tun kann. Wir wollen fragen, was kann die Polizei tun und warum Interventionen so schwierig sind. Was tut die Politik, welche Wirkung hat die Istanbuler Konvention? Das Thema hat viele Facetten – weit mehr, als wir in einer Stunde ansprechen können – und doch ist es wichtig, weil es jede treffen kann.

Termin 14. Juli 2021  von 12-13 h  

ANMELDUNG: Auf der EWMD Seite (Wenn du kein Mitglied bist, einfach als Gast registrieren, die Veranstaltung ist kostenlos und wird über Zoom stattfinden).

Weiterführende Berichte aus den Medien
Gewalt gegen Frauen - Femizide in Deutschland 
Femizide, ein globales Verbrechen - BR
Femizide in Deutschland - DF

Conference 4th EUROPEAN CONFERENCE ON DOMESTIC VIOLENCE,  September 13th - 15th 2021 |
Online from Slovenia

Masterarbeit Universität Düsseldorf 2020:  

https://opus4.kobv.de/opus4-hs-duesseldorf/frontdoor/index/index/docId/2398 

Mehr lesen:

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