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02/05/2021

17 SDG – Simulation – Komplexität erkennen


17 SDG am 28. April 2021 mit Barbara Holzner, Icondu

Wie kann man die 17 SDGs in Ihrer Gesamtheit anschauen und doch die Wechselwirkungen und Vernetzung im System erkennen? Das wollten wir als Einstieg in das große Thema "Nachhaltigkeit" nutzen. Wichtig war uns vor allem #5 Gender Equality - dazu gibt es später einen Einstieg. Barbara Holzner und die Simulation "Sustain2030" war uns durch den Planspielverband Sagsaga bekannt. Sie arbeitet genau dafür mit dem Planspiel, um heterogene Gruppen einzubinden, um an einer Strategie für die Nachhaltigkeit zu arbeiten - sowohl auf kommunaler Ebene, aber auch hin Verbänden und Unternehmen:  Spielersicher Einstieg, Ausprobieren und Diskussionen. (Das Video vom Event zeigt einen Kurzfilm der UNssc.)

Mit dem „Sustain2030 – SDG simulation game Deutschland lernen die Teilnehmer:innen die 17 Ziele zur nachhaltigen Entwicklung im deutschen Kontext kennen und erhalten einen Einblick in die Ausrichtung und Bestrebungen der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie, die dort als Spielelement hinterlegt ist. Natürlich geht es auch darum, kurzfristige Maßnahmen und systemrelevante Maßnahmen zu erkennen und zu verstehen, dass nicht alle Ziele vernetzt sind und sich gegenseitig beeinflussen: #5 Gender equality ändert sich nur, wenn man an der Kultur und dem Lebensrahmen arbeitet, kleine Maßnahmen ändern kein Sozialisationsthema. Es gibt mehrere Ebenen mit unterschiedlichen Zeitverläufen.

Das SFG Dach:  People - Planet - Prosperity - Peace -  Partnership
Wir alle können etwas tun, um die Ziele zu erreichen: Regierung - Gesellschaft - Unternehmen - Familien

Rückblickend ist für die meisten der Start in Das Thema Nachhaltigkeit der Brundtlandreport 1987 - der unter der Leitung der Norwegerin Gro Brundtland für die UN erstellt wurde. Sie setzte bereits damals die Leitprinzipien fest, dass die jetzt lebende Generation die Ressourcen der Welt nicht auf Kosten der nächsten Generation vernichten darf. Ein weitere Meilenstein für die Wissenschaft war das Buch: "The limits of Growth" 1972 von Donnela und Dennis Meadows und dem Club of Rome Meeting.
Dennis Meadows spricht nach 45 Jahren über die drei Limits to Growth an der Uni in Ulm. 1972 hätte man noch etwas verlangsamen können, nach 45 Jahren ist es dafür zu spät.

Die UN hat 2015 ein Rahmenwerk geschaffen, um die wichtigsten Ziele mit allen Ländern zu vereinbaren: die 17 SDGs.

"Denn auch in Deutschland sind wir an einigen Stellen noch zu weit von einem nachhaltigen Leben, Wirtschaften und Umgang mit unseren natürlichen Ressourcen entfernt. Aus der Agenda 2030 resultiert daher – wie für alle Staaten – auch für Deutschland ein Transformationsauftrag: Es geht darum, umfassende, beschleunigte Veränderungen in Wirtschaft und Gesellschaft einzuleiten und voranzutreiben: in unserer Art zu leben, zu arbeiten, zu konsumieren, in Technologien, Institutionen und Praktiken. " aus dem Nachhaltigkeitsbericht 2016 Seite 23.

Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie 2002 - 2016 - 2018

Die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie von 2002 wurde in 2016 aktualisiert Neuauflage 2016 und auf die 17 SDGs „umgeschrieben“, da diese seit 2015 das neue Framework bilden. Die letzte Version Aktualisierung 2018. Die verschiedenen Zieldefinitionen und Maßnahmen, die hier aufgelistet werden, müssen natürlich auch der laufenden Politik entsprechen. Deshalb liegt die federführende Zuständigkeit für "nachhaltige Entwicklung" auf nationaler Ebene beim Bundeskanzleramt, um die Bedeutung für alle Politikbereiche zu betonen und eine ressortübergreifende Steuerung sicherzustellen. Die drei wichtigsten Gremien sind der Staatssek- retärsausschuss für nachhaltige Entwicklung, der Parlamentarische Beirat für nachhaltige Entwicklung sowie der Rat für Nachhaltige Entwicklung. Schon seit 2004 ist Nachhaltigkeit auch im Deutschen Bundestag institutionell verankert: Der Parlamentarische Beirat für nachhaltige Entwicklung mit den Vertretern der Parteien. Er soll das Thema Nachhaltigkeit in den Deutschen Bundestag hineintragen und als eine Art TÜV funktionieren.

„Jede Generation muss ihre Aufgaben selbst lösen und darf sie nicht den kommenden Generationen aufbürden.“ Managementregel der Nachhaltigkeitsstrategie Bundesrepublik Deutschland 2002

Ziel #5 Gender Equality

Ziel: Geschlechtergleichstellung erreichen und alle Frauen und Mädchen zur Selbstbestimmung befähigen

"Damit Erwerbsarbeit mit Familien- und Erziehungstätigkeiten besser zu vereinen und Brüche in der Erwerbsbiografie von Müttern vermieden werden, wird der Ausbau der Kindertagesbetreuung fortgesetzt, das 2007 eingeführte Elterngeld wurde um das ElterngeldPlus erweitert, die Pflege- und die Familienpflegezeit weiter verbessert und das Pflegeunterstützungsgeld eingeführt." Zuständig laut Nachhaltigkeitsbericht ist das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) Seite 33


5.1.a Verdienstabstand zwischen Frauen und Männern  Gleichstellung – Gleichstellung in der Gesellschaft fördern 
5.1.b Frauen in Führungspositionen in der Wirtschaft  
Gleichstellung – Gleichstellung in der Gesellschaft fördern
5.1.c Berufliche Qualifizierung von Frauen und Mädchen durch deutsche Entwicklungspolitische Zusammenarbeit Gleichstellung – Wirtschaftliche Teilhabe von Frauen global stärken

Die Ziele wurden formuliert und erneut bestätigt, aber es wurden keine Maßnahmen angedacht. Seite 30(NS 2018) beschreibt den Rechtsanspruch auf begrenzte Teilzeit sowie den flächendeckenden Mindestlohn, die aber unter das Ziel Armut #1 und Gleichheit #10 fallen. Im Jahre 2021 wird die Quote für Vorstände eingeführt --- es betrifft vielleicht 30 Frauen - die aber "sichtbar" werden. Das Netzwerk FIdAR (Frauen in die Aufsichtsräte) hat sich hier intensiv und nachhaltig für eingesetzt. Die Allbright Stiftung macht Studien über Frauen in Führungspostitionen ... Wir berichten in weekly über jede neue Vorständ*in. Aber ändert das etwas an 5.1.a und 5.1.b?

Wir werden die Liste der Ziele und Maßnahmen ergänzen, denn für EWMD fehlt hier noch eine ganze Menge. Um die Gleichstellung in der Gesellschaft zu fördern, brauchen wir eine neue Perspektive auf die Steuer (Ehegattensplitting), mehr Kinderbetreuung und die vollen Absetzung der Kosten, wenn beide Eltern arbeiten. Anpassung der Arbeitszeiten für beide Eltern, damit das Familienleben und die damit verbundenen Aufgaben und Leistungen nicht nur bei einem Elternteil abgeladen werden. Der eine Tag im Jahr "Girlsday" wird nichts bewegen - wir brauchen mehr für junge Frauen, damit MINT und Digitalisierung nicht nur ein Feld für "Jungs" ist.
Das wird eines unser nächsten Themen sein ....   

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